„Dieses Jazzensemble singt auf eine Art, die der der Comedian Harmonists ähnelt, jedoch als Einheit sind sie ein weit feineres Ensemble. Sie haben schönere Stimmen und ein bedeutend höheres Niveau.“

Extrabladet, Kopenhagen, November 1933


Jeder kennt, zumindest dem Namen nach und mit vager Erinnerung an einen kleinen grünen Kaktus, die Comedian Harmonists. Nur wenige kennen ihre größte und einzige ernstzunehmende Konkurrenz und designierte Nachfolger: Die Kardosch-Sänger. Was der Reporter des „Kopenhagener Extrabladets“ ebenso wenig wusste wie die Radio- und Schallplattenhörer im Deutschen Reich: auch der Gründer der Kardosch-Sänger war Jude.

Die Geschichte der Kardosch-Sänger ist die Geschichte von fünf jungen Männern, die – vor dem Hintergrund der dreißiger und vierziger Jahre und des Kalten Krieges – mindestens ebenso faszinierend ist wie die der Comedian Harmonists. Die fünf Mitglieder der Gruppe waren zwei Ungarn, ein Rumäne und zwei Deutsche. Das 20. Jahrhundert warf ihre Lebenspläne, Träume und Schicksale durcheinander. 1932/33 trafen sich ihre Lebenswege, um 1935 nach einer kurzen, aber strahlenden gemeinsamen Karriere wieder auseinanderzudriften. Über ihre weiteren Schicksale war bisher nur wenig bekannt. Dieses Projekt entstand aus der Frage „was wurde eigentlich aus ihnen?“ die mir keine Ruhe ließ.

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