Rudolf Goehr gehört natürlich nur am Rande zur Geschichte der Kardosch-Sänger, aber als ich anfing, mich mit seiner Biografie zu beschäftigen, fand ich so viel Interessantes heraus (und so viel hörenswerte Musik, denn Goehr schrieb einige wunderschöne Chansons!), dass ich beschloss, auch ihm eine Seite zu widmen.

1998 erschien ein Buch von Peter Gradenwitz mit dem Titel: „Arnold Schönberg und seine Meisterschüler. Berlin 1925-1933“. Darin zitiert er auch aus einem in Goehrs Nachlass gefundenen Typoskript – Rudolf Goehr war nämlich, ebenso wie sein Bruder, einer dieser Meisterschüler, wenn auch nur für ein knappes Jahr. Dieses Buch, beziehungsweise das darin zitierte Typoskript, diente als eine wichtige Quelle für diese Seite. Die anderen waren der Briefwechsel zwischen Arnold Schönberg und Rudolf Goehr, der sich im Schönberg Archiv nachlesen lässt, und der Aufschluss über die Umstände von Goehrs Emigration(en) und seine ersten beruflichen Schritte in seinen beiden neuen Heimatländern bietet, sowie Akten aus der Archivdatenbank der Preußischen Akademie der Künste.


Rudolf Goehr wurde am 25. Dezember 1906 in Berlin geboren und stammte aus einer musikalischen Familie. Seine Eltern waren Julius und Thekla Goehr, geborerene Mendelsohn. Seine Mutter hatte an der Neuen Akademie der Tonkunst in Berlin Klavier studiert, und gab ihrem Sohn schon von frühester Kindheit an Klavierunterricht. Sein älterer Bruder war der spätere Dirigent Walter Goehr.

1929 versucht Rudolf Goehr, wie schon zuvor sein Bruder, in Arnold Schönbergs Meisterkurs für Komposition an der Preußischen Akademie der Künste aufgenommen zu werden, um, wie er schreibt „etwas Ordnung in meine musikalischen Abenteuer hineinzubekommen“ (Rudolf Goehr, zitiert im Buch von Peter Gradewitz). Nach einem Aufnahmegespräch mit Schönberg tritt er am 1. April 1930 in Schönbergs Meisterklasse ein und bleibt ein Jahr dabei. Nuria Schoenberg-Nono schreibt im Vorwort zu Peter Gradewitz‘ Buch:

„Seine Schüler waren wahrscheinlich Schönbergs beste Freunde. Treue war für ihn außerordentlich wichtig in einem Leben, in dem er als ein Jude und als ein Komponist verfolgt wurde. Er hat mit uns zuweilen über seine europäischen Schüler gesprochen. Wir hatten sehr selten Gelegenheit, etwas von ihrer Musik zu hören. Es ist heute, wo man fast alles auf CDs hören kann, schwer zu verstehen, dass man damals moderne Musik nur in Konzerten hören konnte…“ (eine Bemerkung, die zugleich ein Problem erklärt, auf dass man in den Biografien vieler Zwischenkriegskomponisten immer wieder stößt: es existieren schlichtweg keine Aufnahmen ihrer „ernsten“ Kompositionen).

Zur Zeit seiner Aufnahme in Schönbergs Meisterklasse lebte er in der Gluckstrasse 12 in Berlin-Lankwitz.

Wie er schreibt, legte er Schönberg nur sehr selten eigene Kompositionen vor und stellt sich selbst die Frage, warum: „Sei es, dass ich damals zu viel an Film, Radio, Platten und Geldverdienen dachte?“ (Man muss bedenken, dass er erst 24 Jahre alt war und gerade die Geburtsstunden des Tonfilms und des Rundfunks miterlebte!)

Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, orchestrierte er „alles was im Buch steht. Manchmal sogar Militärmärsche!“ – außerdem Musik für Filme, Theater und Funk-Hörspiele, oft in Zusammenarbeit mit Walter, der damals bereits bei der Berliner Funkstunde eine feste Stellung hatte. Im Dezember 1930 kam am Theater in der Klosterstraße eine „Posse mit Gesang“ mit dem Titel „Einer von unsere Leut“ mit Fritz Lion zur Uraufführung, für die Goehr die Musik schrieb.

Irgendwann in den ersten Monaten des Jahres 1931 übernahm er von Pál Ábel die Leitung seines neugegründeten Gesangsensembles. Ábel hatte Ende 1929 seine ursprünglichen Abel-Sänger wegen Streitigkeiten um die Verteilung der Gagen verlassen und danach ein neues Ensemble gegründet, das teilweise als „Abels“, teilweise auch als „Professor Abel und seine Jazz-Sänger“ in Erscheinung trat, zum Beispiel auf einigen Plattenaufnahmen im Herbst 1930.

Am 23. Januar 1931 berichtet der „Vorwärts“ über die ersten Radiosendungen aus dem neuen „Haus des Rundfunks“, das am Tag zuvor feierlich eröffnet worden war. Es gibt drei Übertragungen verschiedener Sparten: Kammermusik, „Zeitgemäße Unterhaltung“, und ein großes Orchesterkonzert unter Leitung von Bruno Seidler-Winkler. An der Unterhaltungssendung sind die Abels beteiligt: „Wenn die Abels singen, ist jede Stimme klar zu unterscheiden und scharf profiliert. Ganz füllig klingt das Klavier.“ Mit dem Programm der Sendung ist der Berichterstatter jedoch nicht zufrieden: „Erotik am laufenden Band, geistlose Spielereien, dumme Chansontexte, an denen ein halbes Dutzend Männlein mitgearbeitet haben, eine Musik, mit der wenig anzufangen ist, bleiben die traurigen Merkzeichen.“ Es dürfte sich bei dieser Gruppe mit ziemlicher Sicherheit um Pál Ábels neues Ensemble gehandelt haben. Rudolf Goehr hatte über seinen Bruder Walter Goehr und seinen Lehrer Arnold Schönberg Kontakte zum Rundfunk, möglicherweise entstand so der Kontakt zu Pál Ábel, der schließlich zur Übernahme der Abels durch Goehr führte, als Ábel die Gruppe verließ.

Anzeige im „Vorwärts“ vom 16.6.1931. Quelle: Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Mit Rudolf Goehr nahm das Ensemble weiterhin unter dem Namen „Abel-Quartett“ Platten für das Label Kristall auf, überall sonst erschienen sie als die „Melody Gents“.

Mit den Melody Gents ist Rudolf Goehr in dem Film „Mädchen zum Heiraten“ mit Renate Müller, Hermann Thimig, Szöke Szakall und Oskar Sima zu sehen, der am 15. April 1932 Premiere hatte. Das Quartett singt im Aufnahmestudio „Ich will heiraten“, begleitet von Rudolf Goehr am Klavier, der sogar einen Satz sprechen darf (er wagt es, einer Anweisung der Tonmeisterin zu widersprechen, wird aber in seine Schranken verwiesen).

Rudolf Goehr (Mitte) mit den Melody Gents. Quelle: Goehr Family Archive
Ein weiteres Foto mit den Melody Gents. Mit herzlichem Dank an das Goehr Family Archive.

1932 hat er die musikalische Leitung des Kurzfilms „Eine wie Du“. Im Mai 1932 wechselt er von den Melody Gents zu den Five Songs – das heisst, den Original-Abels – als István Kardos diese Gruppe verläßt, um die Kardosch-Sänger zu gründen. Im April 1932 erscheint Goehr zum letzten Mal auf einer Platte der Melody Gents auf Kristall, im August taucht er dort mit den Five Songs auf: mit „Irgendwo auf der Welt“, „Einmal schafft’s jeder“ und „Ins blaue Leben“, die auf Kristall unter dem Namen „Abel-Quartett“ veröffentlicht werden.

In seine Zeit bei den Five Songs fällt ihre Mitwirkung an dem legendären Film „Ekstase“: die Gruppe ist mit „Weinen, weil die Liebe dir Leid gebracht“ in der Strandszene zu hören.

„Und dann eines Tages kamen die glorreichen Zeiten!“

Mit der Machtergreifung der Nazis verloren Arnold Schönberg und Walter Goehr wegen ihrer jüdischen Abstammung ihre Stellungen an der Akademie der Künste beziehungsweise beim Rundfunk. Walter Goehr ging als „musical director“ zur Gramophone Company nach London, Schönberg emigrierte über Paris in die Vereinigten Staaten. Die Five Songs gingen zurück nach Ungarn, Rudolf Goehr zog es, wie so viele, nach Paris. Auch die Melody Gents verschwanden im November 1932 von der Bildfläche, es sind allerdings bisher keine weiteren Details dazu bekannt.

Konzertprogramm für den 27. Januar 1934. Quelle schoenberg.at

Noch in Paris bat Schönberg Goehr, mit der bekannten Sängerin Marya Freund seinen „Pierrot lunaire“ einzustudieren. Sie galt als die bedeutendste Interpretin des Stückes. Dirigieren sollte Hermann Scherchen, der schon 1912 die Uraufführung geleitet hatte und sich sein Leben lang für Schönbergs Musik einsetzte, Rudolf Goehr sollte den Klavierpart übernehmen. Die Aufführung fand nach Schönbergs Abreise in die Vereinigten Staaten statt.

Die Verbindung zwischen Schönberg und seinen Schülern war weit mehr als eine Lehrer-Schüler Beziehung: seine Schüler verehrten ihn, und er nahm Anteil an ihren Schicksalen. Er unterstützte sie nicht nur mit künstlerischen, sondern auch mit praktischen Ratschlägen, und, wie Gradenwitz schreibt, „half ihnen auch mit finanziellen Mitteln aus, wo sie es dringend nötig hatten, selbst dann, wenn seine eigene Lage gerade prekär war.“ Sein Sohn Georg arbeitete in Paris eine Zeitlang für Rudolf Goehr als Notenkopist, während Schönberg, der im Exil selbst mit wirtschaftlichen Nöten zu kämpfen hatte, verzweifelt versuchte, seinen Sohn zu unterstützen und gleichzeitig (vergeblich) seine Ausreise in die USA zu erwirken.

In Paris komponierte Goehr Chansons (wie das berühmte „Chanson des Rues“ und „Le Bassin de la Villette“, hier 1938 aufgenommen von der berühmten französischen Sängerin Lys Gauty). Zusammen mit seiner Frau, der Sängerin Judith Shlonsky, später bekannt unter dem Namen Nina Valery, gab er Konzerte in London und Paris. Sie war die Schwester der Komponistin und Pianistin Verdina Shlonsky und des Dichters Avraham Shlonsky. Außerdem arbeitete er mit zwei Gesangsensembles: den Minstrels und den Cinq de la Chanson.

Rudolf Goehr komponierte und arrangierte auch in Frankreich weiterhin Filmmusik, zum Beispiel 1935 für den Josephine-Baker-Film Prinzessin Tam-Tam und 1939 für Ohne ein Morgen von Max Ophüls, an dem überwiegend deutsche Emigranten mitwirkten.

Prinzessin Tam-Tam

Er hatte in Paris gut Fuß gefasst und sich als Komponist und Arrangeur etabliert. Dennoch hoffte er auf eine mögliche Übersiedlung in die Vereinigten Staaten, wo sein Mentor Schönberg ihn dem Orchesterleiter Nathaniel Shilkret als Arrangeur empfahl, was sich jedoch zerschlug.

1940 aber wird das Ziel „Amerika“ von einer „gewisse(n) Verbesserung“ zu einer „absolute(n) Lebensnotwendigkeit“ (Rudolf Goehr an Arnold Schönberg im September 1940), denn:

Wie viele deutsche Flüchtlinge wird Rudolf Goehr in den östlichen Pyrenäen interniert (einen kurzen Überblick über diese Thematik gibt es auf Künste im Exil: Aus Flüchtlingen werden „feindliche Ausländer“). Am 26. Juli 1940 schreibt er an Schönberg, dass der Vormarsch der deutschen Armee nur kurz vor dem Ort, bei dem sich das Lager befinde, zum Stillstand gekommen sei.

Am 27. August 1940 folgt dieser Brief, zwischen Sarkasmus und Verzweiflung:

„Ein Konzentrationslager ist wie eine Sommerfrische: Man fährt müde hin und verlässt es nach einer gewissen Zeit relativ erholt (Landaufenthalt!). Allerdings, was sich zwischen diesen beiden Zeitpunkten abspielt, möchte ich Ihnen lieber nicht in diesem Briefe, möglichst auch sonst nie (in Ihrem Interesse!) schildern. Eins steht für mich fest: Ich lebe momentan in einem kleinen, von der Civilisation abgeschnittenen Dorfe der Pyrenäen. Es besteht die Möglichkeit, dass man mich wieder in meinen oben erwähnten Landaufenthalt zurückschicken will. Ich habe moralisch keine Kraft mehr und denke es ganz bestimmt nicht mehr ein drittes Mal mitzumachen.

Höchstwahrscheinlich stehe ich zu wenig über der Sache, um beurteilen zu können, inwiefern mein Leben der Mühe wert ist, von aussen her in Schutz genommen zu werden. Ich hab schon fast alles Zutrauen an mir und der Welt verloren, auch verstehe ich eigentlich gar nicht, wieso ich diesen Brief schreibe.“

In den USA bemüht sich Schönberg mit Hilfe des „Placement Commitee for German and Austrian musicians“ um Visa für Goehr und seine Frau.

Im Oktober 1940, während er auf seine Einbürgerung wartet, verfasst Schönberg ein sogenanntes Affidavit (eine Bürgschaftserklärung) für Rudolf Goehr. Seine Einbürgerung verzögert sich und Einkommensnachweise und Affidavits gehen verloren, während die Goehrs den Winter in den Pyrenäen verbringen. Im April 1941 wird Schönberg schließlich amerikanischer Staatsbürger, im Juli können die Goehrs endlich in die Vereinigten Staaten ausreisen. Schönberg verhalf auf diese Weise einigen früheren Schülern und Kollegen zur Einreise in die Vereinigten Staaten.

Brief an Arnold Schönberg vom 27. August 1940. Quelle: schönberg.at
Verzweifelte Bitten auf einer Postkarte von Goehr und seiner Frau, Oktober 1940. Quelle schönberg.at
Am 13. August 1941 schreibt Goehr erleichtert aus New York an Schönberg. Quelle schönberg.at

In New York findet Goehr relativ schnell Arbeit beim Radio, und bemüht sich nun seinerseits, bei der Visabeschaffung für Georg Schönberg hilfreich zu sein, den er wieder als Notenkopist beschäftigen möchte. Leider zerschlägt sich auch dieser Plan, aber Georg Schönberg überlebt den Holocaust mit viel Glück in Österreich.

Im Dezember 1942 erhält Rudolf Goehr ein festes Engagement für die wöchentliche Eastman Kodak Radio Show „Musical Pictures“, für die er Musikstücke auswählt, arrangiert und dirigiert.

Außerdem arbeitet er für das Label „Bost Records“ des Emigranten Herbert H. Borchardt, das versuchte, „ungewöhnliche“ Genres auf den amerikanischen Markt zu bringen. 1943 erscheint zum Beispiel ein zweiteiliges Album mit Aufnahmen einer Gruppe namens „Mara and her Russian Ensemble“.

Ende 1943 wurde Goehr Soldat und bekam in der Folge die amerikanische Staatsbürgerschaft. Er war in Camp Croft in South Carolina stationiert – wo ungefähr 3000 Emigranten ihren Militärdienst leisteten und dadurch US-Bürger wurden. Während seiner Militärzeit stellte er für das Office of War Information Musikprogramme zusammen. Im Jahr 1945 steuerte er für den kanadischen Film „Le Pére Chopin“ den Soundtrack bei.

1946 besorgte er die Orchestrierung von Kurt Weills Musik für das Theaterstück „A flag is born“, dessen Absicht es war, für die Schaffung eines jüdischen Staates zu werben und Geldmittel zu sammeln. Das Stück, geschrieben von dem bekannten Drehbuchautor Ben Hecht, hatte im September 1946 im Alvin Theatre am Broadway Premiere, Marlon Brando spielte die Rolle eines KZ-Überlebenden. Der Cincinnati Enquirer schreibt am 10. September: „The music of Kurt Weill is dramatic and apt for the tale, and is dressed in a telling and rich orchestration by Rudolf Goehr.“ („Die Musik von Kurt Weill ist dramatisch und angemessen für die Geschichte und wird von Rudolf Goehr in eine aufschlussreiche und reiche Orchestrierung eingebunden.“)

Bereits zuvor hatte er für die Broadway-Aufführung von Weills „One touch of Venus“ und für „Lady in the dark“ die Arrangements übernommen.

Rogersville Review, 25. Mai 1944
Telegramm von Kurt Weill an Rudolf Goehr, mit der Bitte, die Musik für „Lady in the dark“ mit der größten Sorgfalt zu behandeln. Goehr Family Archive.

1948 erscheint eine Schallplatte mit dem Titel „Invitation to Paris“, auf der Goehrs Frau von ihm komponierte französische Chansons singt. Der „Aufbau“, die deutschsprachige jüdische Exilzeitung in New York, schreibt am 18. Juni 1948: „Goehr begleitet seine raffiniert gesetzten, sehr sensiblen Lieder mit der improvisatorischen Leichtigkeit, die ihrem Stile gemäß ist.“ und weiter: ein „…Hauch echter französischer Kabarettkunst“.

Im Dezember 1949 schreibt Goehr wieder einmal an Arnold Schönberg und berichtet ihm, dass er im Jahr zuvor eine zeitlang in Paris gewesen sei um Platten zu dirigieren und bei der Gelegenheit auch nach Berlin fuhr, wo er seinen Vater wiederfand. Im selben Brief schreibt er auch mit feinem Humor: „Seit Sie damals Nina und mich nach Amerika brachten, war ich in der Army und habe – wie Sie sicherlich aus den Zeitungen wissen! – den Krieg gewonnen.“ Es sei ihm nicht gelungen, reich zu werden oder seine „Geschäfte auch nur im geringsten in Ordnung zu bringen“, trotzdem möge er das New Yorker Leben sehr und habe das Gefühl, vorwärts gekommen zu sein.

1950 berichtet der „Aufbau“ über eine geplante zwei-monatige Konzerttournee des Ehepaars durch Israel auf Einladung des Israelischen Unterrichtsministeriums. Dabei solle Goehr nicht nur als Pianist auftreten, sondern auch mehrere Orchesterkonzerte dirigieren. Seine Frau Nina Valery wird als große Vorkämpferin für die zeitgenössische Musik hervorgehoben.

Nina Valery und Rudolf Goehr in Israel. Foto: Goehr Family Archive

Rudolf Goehrs Neigung zur „leichten Muse“ und dass er „gelernt hatte, auf allen Gebieten der Musik Vorzügliches zu leisten“, wie Gradenwitz schreibt, halfen ihm, in den Vereinigten Staaten Fuß zu fassen. Mit Schönberg blieb er bis zu dessen Tod in Kontakt.

1950 veröffentlichen Rudolf Goehr und seine Frau eine LP mit Béla Bartóks „Five Songs, op. 16/Eight Hungarian Folk Songs“, die über das Label Naxos als Download erhältlich ist: https://www.naxos.com/catalogue/item.asp?item_code=9.81029

Town Hall Concert, Februar 1951. Foto: Goehr Family Archive

1951 nahmen die beiden an einer kleinen Konzertserie in der New Yorker Town Hall in der 43rd Street teil: in einem zweiteiligen Konzert wurden zunächst Melodien von Kurt Weill präsentiert, danach gab es eine konzertante Aufführung der Dreigroschenoper unter Beteiligung von Lotte Lenya-Weill, Dolly Haas, Grete Mosheim, Walter Joseph und anderen.

Rudolf Goehr in den 50er Jahren

In den 50er Jahren arbeitete er für die beiden Firmen Young People’s Records und Children’s Record Guild, die eine Art „Club“ ähnlich dem Modell der beliebten Buchclubs darstellten und Musik für Kinder und Jugendliche produzierten. Viele Aufnahmen dieser in den USA beliebten Labels wurden von Rudolf Goehr arrangiert oder dirigiert.

Nach dem Tod seiner Frau Nina Valery heiratete er ein zweites Mal.

Er starb am 6. September 1981 in Santa Barbara, Kalifornien. Rudolf Goehr und seine zweite Ehefrau Suzanne Loeb Goehr (25.10.1902 – 23.12.1988) sind auf dem Santa Barbara Cemetery begraben.


Etwas Musik von und mit Rudolf Goehr:

Mit den Melody Gents
Mit den Melody Gents als „Abels-Quartett“
Mit den Original-Abels/Five Songs
Mit den Cinq de la Chanson und den Minstrels

Kompositionen von Rudolf Goehr

Goehrs Music Box Tango, vielleicht sein am häufigsten aufgenommenes Stück.

Eine Auflistung von Rudolf Goehrs Kompositionen befindet sich in der Musikabteilung der Cambridge University Library.


Herzlichen Dank an Lydia Goehr und Julia Crockatt für Fotos und ergänzende Informationen zu Rudolf Goehr, und an Josef Westner für seine Informationen zu den Abels und den Melody Gents.

Als Quellen dienten: